Neugierig Hinschauen. Lernen. Vom BarCamp Kiel.

Fenja Gengelazky und Marika Fiedler von der PM Camp Kiel Crew haben das BarCamp Kiel 2017 besucht. Zwei Personen mit zwei Perspektiven bieten zwei persönliche Erfahrungen vom diesjährig 8. Kieler BarCamp.

Das geplant Ungeplante

von Fenja Gengelazky

Einige Tage nach meinem ersten BarCamp-Besuch denke ich darüber nach, warum ich zu dieser Veranstaltung ging. Computer, Internet, Web2.0, das sind nun nicht unbedingt Themen, die mich in meiner Freizeit reizen, und auch beruflich sehe ich sie eher als Mittel zum Zweck.

ES WAR DIE NEUGIERDE:

die Neugierde auf dieses Veranstaltungsformat und die Motivation der Teilnehmer. Schließlich sollte ich für das PM-Camp nicht nur wissen, wie ein BarCamp in der Theorie funktioniert, sondern auch, wie die Praxis aussieht – also, das Mitmachen der Teilnehmer. Natürlich war ich auch gespannt, ob ich Inspirationen für meine Arbeit erhalten würde – danke Lutz Lungershausen, für diesen wunderbaren Vortrag über Kreativitätstechniken und wie man Fixierungen überwindet! – und neue Kontakte würde knüpfen können. Doch als jemand, der gern Veranstaltungen organisiert und eigentlich generell sehr planvoll arbeitet, war es definitiv

DAS GEPLANT UNGEPLANTE, DAS FÜR MICH DEN REIZ DES BARCAMP-BESUCHES AUSMACHTE.

Eine Struktur vorgegeben, und doch nicht mit Einzelthemen unterlegt. Die Abhängigkeit von den Ideen und dem Engagement der Teilnehmer. Ein Risikofaktor für jede Veranstaltungsplanung. ODER NICHT? Ich war sehr überrascht, wie gut die Session-Planung lief, wie viele und wie viel unterschiedliche Vorschläge für Vorträge oder Diskussionsrunden die verschiedenen Teilnehmer hatten und welch ein buntes Programm so individuell gestaltet werden konnte. Unkompliziert und direkt per Du. Kein klassisches Referenten-Zuhörer-Verhältnis, vielmehr ein gemeinsames Austauschen, Diskutieren, Inspirieren auf Augenhöhe. Mit Menschen, die sich für die Themen interessieren, die motiviert sind, Ihre Veranstaltung selbst mit Leben zu füllen. Gebrochen mit dem klassischen Veranstaltungsformat stehen Austausch und Voneinander Lernen im Vordergrund, die Teilnehmer und ihr Wissen sind hierbei die wertvollste Ressource. Wie gut das in der Praxis tatsächlich funktioniert, hat mich – wenn ich auch von dem Erfolg des BarCamps der vergangenen Jahre wusste – dennoch überrascht. Danke, liebes BarCamp Kiel-Team, für diese – meine erste – wunderbare und beflügelnde Barcamp-Erfahrung! Beflügelt von diesem Interesse und dem miteinander Gestalten freue ich mich nun umso mehr darauf, auch unter dem großen Themenbereich Projektmanagement,

MIT DEM 1. PM-CAMP KIEL GEMEINSAM SEGEL ZU SETZEN.

 

BarCamp-Erfahrungen sammeln

von Marika Fiedler

Am 11. und 12. August fand das nun inzwischen 8. Kieler Barcamp rund um die Themen Computer, Internet und Web 2.0 statt. Da das erste Kieler PM Camp in den gleichen Räumlichkeiten stattfindet, wollten wir es uns nicht nehmen lassen, dort einmal vorbeizuschauen.

Natürlich hatte ich auf alles einen genauen organisatorischen Blick. Die Tickets für das Barcamp Kiel sind kostenlos – dank zahlreicher Sponsoren, die die Veranstaltung auch regelmäßig unterstützen. Zu Beginn gab es eine Einführung in die wichtigsten Barcamp-Regeln. Im Anschluss begrüßte auch unser neuer Ministerpräsident Daniel Günther alle Anwesenden, stieg sogleich auf das für Barcamps übliche Du um und ließ es sich nicht nehmen, ebenso an einigen Sessions teilzunehmen.

Nachdem alle Sessions – mit dem wiederholenden Hinweis auf Kürze zu achten – einmal vorgestellt und in die verschiedenen Slots eingeteilt wurden, ging es auch gleich los: Die große Menschenmenge verteilte sich schnell in die verschiedensten Räume und diskutierte über Internet-relevante Themen, aber auch über weitere Themen wie Kreativität, motorisierte Skateboards, Selbstorganisation, Sketch Notes und Arbeitsplatzumgebungen. Essen war zwischendurch reichlich vorhanden – vom Frühstück, über Mittagessen bis hin zu gesunden und weniger gesunden Snacks. Für Kaffeenachschub wurde durchgängig gesorgt und fleißig unter „bcki17“ getwittert. Im Vergleich zum Hamburger PM Camp war auf dieser von Internet- und Technikthemen geprägten Veranstaltung verständlicherweise der Gebrauch von elektronischen Geräten und sozialen Medien nicht zu übersehen.

Ich persönlich fand die zwei Tage sehr spannend, habe viele altbekannte wiedergetroffen und neue Leute mit neuen Perspektiven kennengelernt und auch einige Dinge gefunden, die ich mir bei unserem PM Camp Kiel sehr gut oder auch weniger gut vorstellen kann.

Hut ab vor den Organisatoren – aus vier, fünf Person zu Beginn ist inzwischen ein zehnköpfiges, erfahrenes Team geworden und an beiden Tagen lief alles reibungslos. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich unser PM Camp in acht Jahren entwickelt hat!

Am Ende hat es sich gelohnt.

Crew-Mitglied Fenja Gengelazky im Interview mit Marika Fiedler

Warum bist du im Organisationsteam des 1. PM Camps dabei?

Über meine bisherigen Tätigkeiten – Uni, Beruf, privat – habe ich verschiedene Veranstaltungen
besucht und auch selbst ausgerichtet. Hierbei waren es in der Regel überwiegend klassische
Veranstaltungsformate. Ich finde es spannend, mit dem PM Camp nun einmal mit der klassischen
Fachkonferenz zu brechen und ein neues Format auszuprobieren, das sich nicht nur auf einen
einzelnen Programmpunkt erstreckt, sondern die ganze Veranstaltungsorganisation maßgeblich
bestimmt.
Für einen Veranstaltungsorganisator ist die Programmgestaltung ja eigentlich eine der wichtigsten
Aufgaben: sie beeinflusst maßgeblich das Interesse der potentiellen Teilnehmer und ist somit
Grundlage für den Veranstaltungserfolg. Beim PM Camp wird diese Verantwortung nun an die
Teilnehmer abgegeben; es wird darauf vertraut, dass sie sich einbringen wollen und dies auch tun
werden. Das ist auch für mich persönlich eine große Herausforderung – denn ich plane eigentlich
alles immer sehr gerne und genau…
Aber das wichtigste Argument, um mit der Crew an Bord zu gehen, ist immer noch: Die
Zusammenarbeit macht einfach Spaß und ich bin – aus Veranstalter- und Teilnehmersicht – einfach
wahnsinnig gespannt auf die Themen unseres 1. PM Camps hier in Kiel!
Und ich hoffe natürlich, dass wir noch Weitere für die Mitwirkung begeistern können.

Was macht für Dich ein erfolgreiches PM-Camp aus?

Ein erfolgreiches PM Camp Kiel heißt für mich persönlich, dass ich am Ende der Veranstaltung auf die
zwei Tage zurückschauen kann mit dem Gefühl „Es hat sich gelohnt“: Ich habe Neues lernen können,
das ich direkt in meiner täglichen Arbeit (oder auch privat) anwenden kann. Ich habe spannende
Denkanstöße erhalten, um Vorhandenes, egal ob Sichtweise, Methode oder ähnliches, in Frage zu
stellen – sozusagen als Weiterentwicklungsimpuls für mich persönlich. Und natürlich habe ich viele
interessante, nette neue Leute kennengelernt, mich mit bekannten Gesichtern zu neuen Themen
austauschen und alte Bekanntschaften wieder aufleben lassen können.
Diesen Rückblick erhoffe ich mir ebenfalls für jeden anderen Teilnehmer und freue ich mich auf die
Rückmeldungen zu Format, Inspirationen, Themen und Kontakten – sowohl auf die positiven Punkte
als natürlich auch auf Kritik und Anregungen.
Denn dieses Interesse bedeutet dann: Segelsetzen für PM Camp Kiel II! – und welch‘ größeren Erfolg
könnten wir uns für den Start wünschen?